Gerold Tietz
Gerold Tietz.
Schriftsteller.
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Gerold Tietz.
Schriftsteller.

Gerold Tietz: Böhmische Grätschen - Verlagsinformation


I
nformation zu Gerold Tietz' Werk 'Böhmische Grätschen'

Gerold Tietz - Böhmische Grätschen (1.Auflage)


Böhmische Grätschen heißt der letzte Roman des Esslinger Autors Gerold Tietz. Wieder beschäftigt er sich darin mit der wechselvollen deutsch-tschechischen Geschichte und mit den menschlichen Verwicklungen, die diese nach sich zieht. Er spannt dabei den zeitlichen Rahmen vom 1. Weltkrieg bis in die 90er Jahre mit dem Sturz des Kommunismus.

Gerold Tietz beschreibt Trennendes, vor allem aber Gemeinsamkeiten, die Tschechen und Deutsche verbinden - sowohl am Beispiel einzelner Familien als auch an der gesamten Gesellschaft. Der Autor zeigt auf, wie Trennungslinien durch Familien führen und wie andererseits Brüche wieder aufgehoben werden, wenn Menschen mutig Grenzen überwinden. "Ich will erzählen, was zwei Diktaturen auf böhmischem Boden den Menschen im 20. Jahrhundert angetan haben, aber auch, wie sie gelernt haben, sich dagegen zu wehren, nämlich mit List und gegenseitiger Hilfe", betonte Gerold Tietz.

In vielen Episoden stellt er dar, wie Diktaturen Menschen instrumentalisieren und für ihre Zwecke benutzen. Immer wieder müssen sich seine Figuren unter dem politischen Druck die Frage stellen, wie weit sie gehen wollen, sich verbiegen lassen wollen, und wo sie für sich die Grenze ziehen. Schwarz-Weiß-Malerei ist Gerold Tietz' Sache nicht: Und so sind seine Protagonisten selten Täter oder Opfer allein. Immer steht auch die Frage nach Alternativen im Raum. Gerold Tietz zeigt die Spielräume auf - und seien sie noch so klein - menschlich zu handeln, Zivilcourage zu beweisen. Er ist zutiefst überzeugt: "Diktaturen erreichen ihre Ziele erst, wenn man aufgibt."

Und so sind es nicht nur die turnerischen 'Grätschen', die die Sportler der tschechischen Sokol-Turnbewegung machen, sondern viel mehr noch die Sprünge, mit denen Menschen Hindernisse überwinden müssen, um zu überleben, auf die Gerold Tietz im Titel anspielt. Am Beispiel der Sokol-Turner zeigt der Autor die Vernichtung der tschechischen Kultur durch die Nazis auf. Genauso thematisiert er aber auch Zwangskollektivierung, Enteignung und Abtransport von Bauern, sowie Stalinismus und Zwangsarbeit. Gerold Tietz webt aus der Fülle von Geschichten - manchmal tragisch, zuweilen komisch, anrührend oder ermutigend - ein dichtes Bild einer Gesellschaft mit vielfältigen Prägungen.

Für seinen Roman hat der 1941 in Böhmen geborene und 1945 mit seiner Familie nach Deutschland vertriebene Autor auch in der eigenen Familie recherchiert und vor allem von deren tschechischem Zweig viele Details und Geschichten erfahren. Vor diesem Hintergrund agieren seine Figuren. "Ich will ein Stück europäischer Geschichte darstellen, das nicht nur die Betroffenen angeht, aber von Westeuropa meist nicht wahrgenommen wird."




Gerold Tietz
Zeit für ein gutes Buch! (08:22 Uhr, 28.04.2017)